Krankenversicherung für Beamte


Pflichtversichert sind alle Arbeitnehmer, deren Einkommen unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegen. Der Arbeitgeber zahlt knapp die Hälfte der Beiträge. Den Rest muss der Arbeitnehmer aus eigener Tasche bezahlen.
Anders ist es für Beamte. Hier bekommt der Beamte Beihilfe von seinem Dienstherrn. Im Krankheitsfall bezahlt der Dienstherr 50 – 70 Prozent Ihrer Kosten. Die Beihilfe deckt nur einen Teil der Kosten die im Falle von Pflege, Krankheit oder Tod anfallen. Den anderen Teil trägt der Beihilfeberechtigte (Beamte) selbst.
Nunmehr seit dem Jahre 2009 sind auch Beamte verpflichtet worden, eine ergänzende Krankenversicherung abzuschließen. Hierbei müssen mindestens die Kosten einer stationären und ambulanten Behandlung versichert werden. Ausgeschlossen sind hierbei Zahnersatzleistungen.

Ist die private Krankenversicherung für Beamte sinnvoll?

Arbeitnehmer sind in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) pflichtversichert, wenn Sie unter 56.250,- Euro verdienen (Stand 2016). Wenn das Einkommen diesen Betrag überschreitet kann der Arbeitnehmer in eine private Krankenversicherung (PKV) wechseln.
Für Beamte gilt diese Einkommensgrenze nicht. Beamte können direkt im Anschluss an ihre Verbeamtung wählen, ob sie in der gesetzlichen Krankenkasse versichert bleiben oder zu einer privaten Krankenversicherung wechseln.
Entscheidet sich der Beamte für die gesetzliche Krankenversicherung, so erhält er zahlreiche Behandlungen als Sachleistungen. Dadurch haben Beamte keine Krankheitskosten und erhalten keine Beihilfe mehr. Im Gegensatz zu angestellten Arbeitnehmern erhalten Beamte keine Zuschüsse zu den Krankenversicherungsbeiträgen. Wie bei gewerbetreibenden Selbstständigen müssen Beamte die Beiträge komplett selbst bezahlen. Die Beiträge beziffern 14,6 Prozent des Einkommens.
Ein Vorteil der GKV besteht darin, dass Angehörige (zum Beispiel Kinder) ohne eigenes Einkommen ohne Zusatzbeiträge mitversichert sind.

Ergänzung der Beihilfe durch die private Beamtenversicherung

Die private Krankenversicherung bietet den Versicherten im Krankheitsfall ein viel umfangreicheres Leistungspaket. Selbst Leistungen von Heilpraktikern oder Zahnersatz (Implantate) erhalten die beihilfeberechtigten Beamten des Bundes. Bei der gesetzlichen Krankenversicherung gehören viele der Leistungen nicht zum Leistungsspektrum dazu und der Versicherte muss den Rest der entstandenen Kosten selbst aufbringen oder eine private Krankenzusatzversicherung abschließen. Privatversicherte erhalten die Differenz über ihre Restkostenversicherung.
Die Beiträge für eine private Restkostenversicherung ergänzen den Beihilfeanspruch, im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung, und sind daher günstiger. Die private Restkostenversicherung übernimmt genau den Teil der Aufwendungen, der Ihnen nicht über die Beihilfe erstattet wird. Dadurch sind Ihre gesamten Krankheitskosten abgedeckt. Die private Krankenversicherung bietet maßgeschneiderte Tarife für beihilfeberechtigte Beamte. Diese Tarife werden auf Ihren und Ihren Angehörigen Beihilfeanspruch zugeschnitten.

Fallbeispiel:

Ein Beamter hat einen Monatsverdienst von 3.500 Euro brutto. Der Beitrag für eine gesetzliche Krankenversicherung wäre also 14 Prozent (490 Euro) seines Monatseinkommens. Dazu kommen noch die Kosten für eine Krankenzusatzversicherung.
Günstiger wird es für den Beamten mit einer privaten Krankenversicherung. Als alleinstehender Beamter trägt er einen Beihilfesatz von 50 Prozent, somit kostet ihn die private Krankenversicherung für Beamte in etwa 210 Euro.
Wenn er die beitragsfreie Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung nutzt und zwei Kinder bekommt steht er mit der privaten Restkostenversicherung günstiger da. In vielen Bundesländern und im Bund steigt der Beihilfesatz auf bis zu 70 Prozent! Für die beihilfeberechtigten Kinder steigt sein Beihilfesatz sogar auf bis zu 80 Prozent. Somit muss die Restkostenversicherung nur noch 30 Prozent seiner Leistungen und 20 Prozent der Aufwendungen für die Kinder aufbringen.
Kurz gesagt:
Natürlich müssen Beamte sich krankenversichern. Sie haben freie Auswahl ob sie in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben, oder eine private Krankenversicherung auswählen. Die private Krankenversicherung für Beamte ergänzt den Beihilfeanspruch. Dieser Beihilfeanspruch fällt bei der freiwillig gewählten gesetzlichen Krankenversicherung weg.